Nitratdatenbank
Nitrat, ein Salz der Salpetersäure kommt ganz natürlich im Boden vor. Seit den 70er Jahren werden in der konventionellen Landwirtschaft zusätzlich aber noch zusätzliche Stickstoffverbindungen als Dünger auf den Äckern ausgebracht und der Dünger, den die Pflanzen nicht verarbeiten können (Stichwort Überdüngung) wandert in das Grundwasser, wo er durch biochemische Prozesse wieder in Nitrat umgewandelt wird.
Nitrat an sich ist, wie die meisten Salze, für den Menschen (in normalen Dosen genossen) relativ ungefährlich, das Problem besteht darin, dass Nitrat im Körper durch bestimmte Bakterien in Nitrit und krebserregende Nitrosamine umgewandelt wird.
Aus diesem Grund wird der viel zu hohe Nitratgehalt im Grundwasser seit Jahren bemängelt, was sogar zu einer Verurteilung Deutschlands durch den europäischen Gerichtshof geführt hatte.
Nitrat in Grund- und Trimnkwasser
In den letzten Jahren wurden immer mehr Studien veröffentlicht, die einen direkten Zusammenhang zwischen erhöhten Nitratkonzentrationen im Trinkwasser und der Entstehung verschiedener Krebserkrankungen festgestellt haben. Besonders Darmkrebs ist hier in einer viel beachteten Studie aus Dänemark schon bei Nitratkonzentrationen von weniger als 10 mg/l nachgewiesen worden.
Deshalb gibt es immer stärkere Forderungen, den Grenzwert von zur Zeit 50 mg/l in Europa zu senken, was die dänische Regierung veranlasst hat, in den nächsten Jahren eine Reduzierung auf 6 mg/l voran zu treiben.
Dass so eine Reduzierung mit erheblichen Kosten verbunden ist, steht außer Frage. Eine dänische Expertenkommission hat allerdings errechnet, dass dadurch dem Gesundheits- und Sozialsystem deutlich höhere Kosten erspart bleiben.
Nitrat im Trinkwasser
Dass das Nitrat im Grundwasser mit der Zeit immer tiefer nach unten sinkt und irgendwann auch die Tiefen erreicht, in denen unser Trinkwasser gewonnen wird, ist seit langem bekannt. Bislang war dieses Problem aber immer gedanklich in eine (ferne) Zukunft verlagert worden.
Vor etwa 10 Jahren haben wir deshalb begonnen, die öffentlichen Analysen der Trinkwasserversorger auch nach dem Nitratwert zu untersuchen und in unserer Datenbank zu übernehmen. Inzwischen haben wir einen sehr präzisen Überblick über die Nitratbelastung in Deutschland und vielen europäischen Ländern.
Und wir können konstatieren, dass das Nitrat aus dem Grundwasser heute in vielen Regionen längst im Trinkwasser angekommen ist.
Nitrat im Grundwasser
Die deutsche Grundwasserverordnung (GrwV) basiert auf der EU-Grundwasserrichtlinie 2006/118/EG (GWRL), die einen Grenzwert von 50 mg Nitrat je Liter fest legt. Bei festgestellten steigenden Schadstofftrends verpflichtet die GrwV bereits bei 37,5 mg/l Nitrat zu Gegenmaßnahmen.
Die Bundesregierung ist verpflichtet, alle 4 Jahre einen Bericht an die Europäische Umweltagentur (EUA) zu schicken, in dem die definierten Messstellen des so genannten EU-Messnetzes dokumentiert werden.
Diese öffentlich zugänglichen Daten haben wir in unsere Wassertipps Datenbank aufgenommen und daraus eine Karte der Grundwasserbelastung über die letzten 18 Jahre erstellt (Stand 2026).
Grundwasserkarte
Unsere interaktive Karte zeigt die Daten der Messstellen, die von der Bundesregierung für die Berichterstattung zur EU-Nitratrichtlinie veröffentlicht werden. Die EU hat im Jahr 2012 festgestellt, dass die Messstellenkonzentration in Deutschland erheblich niedriger lag als in allen anderen Mitgliedsstaaten und eine Überarbeitung empfohlen, wodurch sich die Anzahl der Messstellen von anfangs 186 auf derzeit 1215 erhöht hat, die aber nicht alle jedes Jahr neu dokumentiert werden.
Wir haben auf unserer Karte die verschiedenen Nitratkonzentrationen nicht nur farblich sondern auch durch eine unterschiedliche Größe der einzelnen Messpunkte dargestellt. So ist es sehr einfach möglich, die kritischen Messstellen mit mehr als 100 oder 200 mg/l Nitrat zu erkennen.
Wassertipps Nitratdatenbank





